Lausbub aus Griesheim
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Es gehört zur Fastnacht, sich zum Narren zu machen. Deshalb verstecken sich Köpfe gern hinter Masken. Das ECHO beschreibt in den närrischen Wochen bis Aschermittwoch in dieser Rubrik, wer sich dahinter verbirgt.

 

 

GRIESHEIM. „Ich bin heute noch ein Lausbub“, bekennt der Griesheimer Rudi Müller (54), der sich im Sommer dem Fußball und im Winter dem Karneval widmet. Der amtierende Sitzungspräsident des Tanzsport- und Carneval-Vereins St. Stephan (CVS) ist immer zu Späßen aufgelegt.

 

Stets einen lockeren Spruch auf den Lippen, bleibt er selten eine Antwort schuldig. Obwohl Karneval eine durch und durch ernste Sache sei, stehe bei ihm der Spaß an erster Stelle, erzählt der Umweltschutzkoordinator der Deutschen Bahn.

 

Gemeinsam mit Werner Keller stand er bereits in den siebziger Jahren in der Bütt der Griesheimer Carneval-Gesellschaft und sorgte mit seinen Kalauern für Lachsalven. Danach beschränkte er sich darauf, mit Sketchen, Parodien und Männerballett die Feiern der Schulkameraden zu bereichern. Über Tochter Tina (19), die 1991 bei der CVS-Kindergarde tanzte, kam er 1993 zum CVS. Bereits ein Jahr später rückte er als „Lach- und Sachminister“ ins Komitee.

 

Doch war ihm das „Rumsitzen im Elferrat“ zu wenig. „Es gibt nichts Schlimmeres für mich, als klatschen und hinsetzen“, erzählt er. Deshalb habe er parallel zu seiner Tätigkeit im Elferrat im Männerballett angefangen. „Es macht mir einfach Spaß, die Menschen zum Lachen zu bringen“, bekennt er. Dass er sich dabei „selbst auf die Schippe“ nehme und in Frauenkleidern über die Bühne hüpfe, gehöre einfach dazu. „Die Trainingseinheiten ab September sind immer sehr schön. Wir lachen sehr viel und lassen den Alltag einfach hinter uns“, erzählt Rudi Müller.

 
„Mein Papa ist immer am Lachen“, bestätigt Tochter Tina. Er habe immer einen Witz parat und ständig neue Ideen. Beispielsweise habe er jetzt eine „Kettensägen-Party“ organisiert, um die Kettensägen im Freundeskreis gemäß dem vierteljährlichen Rhythmus einmal anzuwerfen. Obwohl Rudi Müller nach eigenen Aussagen immer irgendwelchen „Unfug im Kopf“ hat, ist er ein engagiertes Mitglied des CVS und wurde auf Grund großer Verdienste mit dem Orden „Narr von Europa“ in Silber ausgezeichnet.

 

hau
9.1.2007
   
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