Ein Pfarrer in der Bütt’
Fastnacht: Männerballett des Griesheimer Carnevalverein St. Stephan tanzt im Glitzerkleid
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GRIESHEIM. „Unser Schlachtruf iss laut unn flott: Auf die Griesemer Fassnacht ein dreifach Hie Schlott!“ So grüßte Rudi Müller, Sitzungspräsident des Tanzsport- und Carnevalvereins St. Stephan (CVS) am Samstagabend von der Narrenbühne in der Hegelsberghalle.

Elferrat, Musikcorps und Garden waren aufmarschiert und boten ein imposantes Bild. Gemeinsam mit dem Publikum sangen die Aktiven das CVS-Lied, in dem sie Mainz am Rhein eine Absage erteilten und lauthals verkündeten: „Was brauchen wir denn Mainz am Rhein, bei uns kann’s noch viel schöner sein“. Wohl wahr, man kennt sich, fühlt sich wie eine große Familie und entsprechend werden die Darbietungen eingeordnet und mit viel Applaus gewürdigt.

So beispielsweise die Solotänzerinnen Christina Sorsa und Olivera Nedic und die Sternchengarde, die mit ihrem Tanz an das „Dschungelbuch“ erinnerte. Auch die „Little Lions“ und die Marschallgarde boten mit ihren flotten Märschen und einem „Modern Dance“ etwas fürs Auge.

Hausfrauentratsch lieferten Bianca Dalko und Sybille Wehner im Zwiegespräch, während Gisela Dalko und Dieter Braunstein von ihren Urlaubserlebnissen berichteten. Bürgermeister Norbert Leber nahm als Postbote den Mindestlohn und die Jugendkriminalität ins närrische Visier, und Fastnachts-Profi Claus Freymüller kalauerte als „Dussel aus dem Odenwald“.

Mit flottem Schritt kam erstmals Pfarrer Klaus Forster auf die Narrenbühne. „Pfarrersein, das heißt auch Pflicht“, ließ er das närrische Publikum wissen. Stimmgewaltig räumte er mit dem Vorurteil auf, dass man es als Pfarrer gut habe und wurde mit stehenden Ovationen für seine „Erste Büttenpredigt“ belohnt. Ihrem Namen „Fun Factory“ alle Ehre machten sieben CVS-Aktive mit ihrer Playback-Show, während die Helau Sisters aus Roßdorf mit Köl’schen Liedern und Matthias Reißing als singender Busfahrer für gute Stimmung sorgten.

Mein Name ist Bond, James Bond“, behaupteten die Mitglieder des Männerballetts, die sich zur Freude des Publikums ihres Mantels entledigten und sich als „Heros“ im Glitzerkleid entpuppten. „Ja, in Griesheim lass dich nieder, immer, immer wieder, denn hier feiert mer ganz groß“, tönte es aus der Hegelsberghalle, wo bis in die Morgenstunden gefeiert wurde.

hau
14.1.2008
   
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