24. Januar 2011  | Von Gudrun Hausl

Das Narrenschiff sticht in See

Fastnacht: Griesheimer Tanzsport- und Carnevalverein St. Stefan feiert ausgelassen an Bord der „Santa Maria“

GRIESHEIM.

 

An Bord der Santa Maria stach die närrische Crew des Tanzsport- und Carnevalverein St.Stefan in See. Foto: Gudrun Hausl

„Aus Griesem, meh wie schee, stechen wir in hohe See“, verkündete Piratenkapitän Rudi Müller. Die Segel gehisst und volle Kraft voraus startete die „Santa Maria“, das närrische Segelschiff des Tanzsport- und Carnevalvereins St. Stephan (CVS) ins närrische Programm.Mit Trommelwirbel, Pauken und Trompeten präsentierte sich das Musikcorps, stimmgewaltig die elfköpfige Crew. „Wir kommen mit allen Mann vorbei, hurra, hurra!“ tönte es von der Bühne, während Pulverdampf und Konfettiregen aus dem Rumpf des Schiffes drangen. Gardemädchen, Nachwuchspiraten und Schiffskobolde wirbelten über Deck und auch die künftige Bürgermeisterin Gabriele Winter stattete dem CVS-Piratenschiff einen Besuch ab. Der „Griesemer Moddersproch“ mächtig, berichtete sie von ihrer Arbeit im Kultusministerium und versprach mit Blick auf den Titel „sonnenreichste Stadt Hessens“, dass auch der Griesheimer Winter sonnig sei. Kein Seemannsgarn spann Protokoller Alexander Milde, denn seine Ausführungen waren mitten aus dem Leben gegriffen. Effektvoll setzte sich die Twirling-Gruppe Blazing Dancers in Szene. Gekonnt wirbelten sie die Metallstäbe und sorgten für „Glanzlichter“ an Deck der „Santa Maria“. Ihrem Namen alle Ehre machte die Fun Factory mit ihrer Playback-Show und ihrer „Thriller“-Inszenierung auf den Schiffsplanken. Ein hitziges Wortgefecht lieferten sich das „Ehepaar“ Gisela Dalko und Dieter Braunstein, während die „Nachbarinnen“ Bianca Dalko und Ute Hackel in ihrem Hausfrauentratsch über liebe Mitmenschen herzogen. Mit Wortwitz und gespickt mit Kalauern verrieten die „Enkelinnen“ Sybille Wehnert und Brigitte Kelnhofer Interna aus Omas Tagebuch. Auch Pfarrer Klaus Forster meldete sich wortgewaltig. Als Hirte freute er sich, dass er in der Bütt, anders als in der Kirche, Gelegenheit hatte, vor so viel Schäfchen zu sprechen. Diesen wollte er nach eigenem Bekunden zunächst „das Fell über die Ohren ziehen“, berichtete dann aber über die mühselige, auch kurzweilige Arbeit als Pastor in der Zwiebelstadt. Einen musikalischen Abstecher nach New York und den Broadway machte die Jubiläumsgarde und erinnerte mit ihrem viel umjubelten Auftritt an die Gründung der ersten Damengarde vor 44 Jahren. Nachdem der Musiker Timo Reuter und die „Globetrotters“ aus Bischofsheim das Publikum in Stimmung brachten, war es Zeit für ein abschließendes Bordfest auf der „Santa Maria“. Hier sorgte das Männerballett nochmals für ein Highlight. Furios „wirbelten“ die Piraten und ihre Gespielinnen über die Schiffsplanken, bevor mit Kanonendonner, Konfettiregen und blau weißen Luftballons sowie einer Polonaise durch den Saal das CVS-Narrenschiff den Heimathafen anlief.

 

   
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