24. Januar 2012  | hau

„Menschen, Tiere, Sensationen“

Narrhalla – Der Tanzsport- und Carnevalverein St. Stephan bringt den „Circus Carneval“ in die Hegelsberghalle

Martin Kelnhofer tanzte mit dem Männerballett. Foto: Gudrun Hausl
| Vergrößern | Martin Kelnhofer tanzte mit dem Männerballett. Foto: Gudrun Hausl
GRIESHEIM. 

„Hie Schlott! So schallt's mit Donnerhall beim Zirkus CVS in dieser Hall!“, rief Zirkusdirektor Rudi Müller den Besuchern zu, bevor die Narren in die Manege stürmten. „Salto Mortale“ und „The Lion sleeps tonight“ spielte das Musikcorps, die „Sternchengarde“ zeigte eine Polka, die Sun Shines sowie die „Blue Moons“ weitere flotte Tänze.
Fein säuberlich notiert, was „in Griesem so passiert“, hatte Protokoller Alexander Milde, während sich Bianca Dalko und Ute Hackl beim Nachbarschaftstratsch die Zeit vertrieben. Mal als „kleine Männer“, mal als „Liliputaner“ setzte sich die „Fun Factory“ in Szene. „Bei uns in Griesem iss immer was los, im Feiern, ja do sinn mer ganz groß“, meinte Bürgermeisterin Gabriele Winter, die von Griesheimer Geschichten berichtete und von „Zwiebeltown“ als Kurstadt träumte.

Mit einem modernen Tanz eroberten die „Blazing Dancers“ die Manege und wirbelten gekonnt ihre fluoreszierenden Twirling-Stäbe durch die Luft. „Von drauß' vun de Gass', do kum ich herein“, verkündete Brigitte Kelnhofer und plauderte aus dem Nähkästchen einer Leid geprüften Ehefrau. Sybille Wehnert berichtete von ihren Einkaufserlebnissen im Baumarkt.
Als Star in der Manege entpuppte sich Pfarrer Klaus Forster, der „in voller Montur, die Schuhe geschnürt, sportlich in die Arena“ stürmte und das Publikum begeisterte. „Die Kerch braucht mehr Kohle, es muss was geschehe“, meinte er angesichts der aufwendigen Renovierungsarbeiten der Pfarrkirche und warb als Fitnesstrainer für sein eigenes Studio. „Warst du vorher erst schee, bist du hinnerher scheener“, versprach er, kalauerte über den Besuch des evangelischen Pfarrers und seine eigene, durchs Zölibat bedingte, katholische Schönheit.
Begeisternde Akrobatik boten „Die Smirnoffs“ aus Pfungstadt mit Handständen in luftigen Höhen, Menschenpyramiden und wirbelnden Salti. Das Männerballett setzte als Tigerlillys und Gini aus der Wunderlampe optische Akzente und kam ebenso wie „Die Smirnoffs“ um eine Zugabe nicht herum. Mit „Oh, mein Papa“, einem Klassiker der Zirkus-Geschichte, gesungen von Martina Lux-Thoma, und einem Feuerwerk leitete Musiker Timo Reuter in die lange Ballnacht über. „Wir und ihr sind ein Komplott, auf die Griesemer Fastnacht ein dreifach Hie Schlott!“, resümierte Rudi Müller, bevor er sich unter die Narrenschar mischte.
   
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