Der Wilde Westen beginnt in Griesheim

 
 
 
 
Von Gudrun Hausl

CARNEVALVEREIN ST. STEPHAN In der Hegelsberghalle tummeln sich Barmädchen und Revolverhelden

GRIESHEIM - Mit „Yippiejaja Yippie Yippie Yeah“ und „Hie Schlott!“ nahmen Cowboys, Indianer, Revolverhelden, Sheriffs, Barmädchen und Kopfgeldjäger des Tanzsport- und Carnevalvereins St. Stephan (CVS) von der Hegelsberghalle Besitz und bewiesen in ihrer Prunksitzung, dass der „Wilde Westen“ gleich hinterm Hegelsberg anfängt. Sitzungspräsident Rudi Müller, assistiert von seinem „Vize“ Holger Arnold, führte durch ein kurzweiliges fünfstündiges Programm und präsentierte ein Bühnen-Feuerwerk aus Tänzen, Musik und Wortakrobatik.

Der Musikzug spielt Country-Musik

 

Für flotte Country-Musik im CVS-Saloon sorgte der Musikzug, für einen Augenschmaus die „Blazing Dancers“, die als Cowgirls aus der Zwiebelstadt in kessen Hotpants über die Bühne wirbelten. Als „Griesemer, der nicht mit in den Wilden wollte“, outete sich Berthold Massing, der mit seinen Liedern von den „fröhlichen Griesheimern“ und „Rück e Stückelche näher her“ an Auftritte des legendären Ernst Neger erinnerte. In einem Nachbarinnen-Tratsch kalauerten Bianca Dalko und Ute Hackel über Kindererziehung, die eigene Vergesslichkeit und über Probleme mit der Figur. „Früher war alles ganz anders, da waren wir noch jung und knackig“, erinnerten sie sich und offenbarten, dass sie beim Arzt heute „nur noch die Zunge rausstrecken müssen“, anstatt sich ganz auszuziehen. Mit „Karotten für die Griesemer Grünen“ im Gepäck und einem mit Lokalkolorit gespickten Vortrag erheiterte Holger Arnold als „Bäuerin Gerda“ das närrische Auditorium. Dabei offenbarte er sein Talent für Dialekte und erklärte, wie man das Geschlecht der Mücken unterscheiden kann: „Weiblche Mücken sitzen am Spiegel, männliche an der Bierflasche.“ „Ich glaab, ich bin zu fett“, bekannte Mario Happel, alias Marion Tupper und sagte „den kleinen Biestern, die nachts die Kleider enger nähen“ den Kampf an, kapitulierte aber nach erfolglosen Diäten: „Ich bleib wie ich bin, denn ich find´ mich super und bleibe eure Marion Tupper“, resümierte der ehemalige Kerweborsch. „In den Proben bis an ihre Grenzen gegangen“ sind laut Vize-Präsident Holger Arnold die sechs Komiteemitglieder, die verschiedene Berufsbilder mit typischen Gesten und Aussagen zu einer Bewegungs-Stafette zusammenfügten. Als hartgesottene Cowboys präsentierte sich zunächst das Männerballett, zeigte sich danach aber wandlungsfähig, legte mit einem Can-Can eine kesse Sohle auf das Parkett und sorgte für einen Hauch Verruchtheit im Saloon. Einen emotionalen Abschied gab es für Sitzungspräsident Rudi Müller, der nach 13 Jahren die Präsidentenglocke an seinen Nachfolger Holger Arnold übergab. Für ihn sei es Zeit, den Hut zu nehmen, da er in 15 Jahren schließlich 80 werde, meinte er bescheiden, während Komitee und Publikum mit „Es gibt nur einen Rudi Müller“ ein spontanes Ständchen anstimmten. „So einfach lassen wir unseren Rudi nicht gehen“, befanden die Sitzungspräsidenten der anderen Griesheimer Karnevalvereine, demonstrierten Geschlossenheit und bewiesen ihr gesangliches Talent mit einem selbst gedichteten Abschiedslied.

   
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