„Wir haben tolle Männer an Bord“

Fastnacht – Bei der Damensitzung des Carnevalvereins St. Stephan dreht sich alles ums vermeintlich starke Geschlecht

Einen Flug durch die Galaxie unternahm das CVS-Männerballett „Zickenbändiger“.  Foto: Gudrun Hausl
Einen Flug durch die Galaxie unternahm das CVS-Männerballett „Zickenbändiger“.  Foto: Gudrun Hausl
 
Mit ihrer zweiten Damensitzung eroberten die weiblichen Mitglieder des Tanzsport- und Carnevalvereins St. Stephan (CVS) in diesem Jahr den Weltraum. Auf dem schwungvollen Flug in den Orbit begeisterten vorwiegend männliche Flugbegleiter das weibliche Publikum.
 
GRIESHEIM.
 Bunt kostümierte, gut gelaunte Damengruppen warteten auf den Countdown in der Griesheimer Hegelsberghalle. „Wir haben tolle Männer an Bord“, verriet Sitzungspräsidentin Brigitte Kelnhofer beim Start der CVS-Rakete und hatte damit nicht zu viel versprochen.
 

Zu fetziger Musik gaben „gut gebaute“ Männer ein Stelldichein auf der Narrenbühne. Mal athletisch als Formel 1-Piloten oder kraftstrotzend als Wikinger, mal Furcht einflößend als Samurai oder charmant als Gentlemen präsentierten die Männergruppen ihre tänzerischen Qualitäten.

Ausgefeilte Choreografien, viel Pep, grazile Hüftschwünge und viel Haut sorgten für Begeisterungsstürme der weiblichen Zuschauer, die vehement nach Zugaben verlangten und mit Händen, Füßen und Stimme immer wieder eine Rakete zündeten. Als „außerirdisches Mädel“ viel zu erzählen hatte Alexander Milde. Untermalt von Musikeinspielungen berichtete er von seinen Erfahrungen auf dem Planeten Erde.

„Küssen kann man nicht alleine“, meinte das CVS-Komitee zunächst ganz gentlemanlike im schwarzen Frack, untermauerte dann aber optisch eindrucksvoll das Lied von den Ärzten „Männer sind Schweine“. Als „reifer Mann mit einem grauen Haar auf der Brust“ kalauerte Wolfgang Keller, der Sitzungspräsident des Gesangvereins Harmonie, über das Älterwerden. Mit den Worten „Ich bin die scheenste im Stall un immer gut druff“, stieg Nicole vom Roßdörfer-Carneval-Club als „sexy Maggreed“ in die Bütt. „Mir komme die Träne, wenn ich Männer nur seh´“, klagte sie und ließ kein gutes Haar am männlichen Geschlecht.

Zum Mitsingen und Mitklatschen war die Playback-Show von Manfred Seibel und Tanja Walter, die an die Teenie-Liebe und alte Schlager erinnerten. Zum Publikumsliebling avancierte einmal mehr Woody Feldmann. Kaum stand das Griesheimer Original auf der Bühne, tobte der Saal. „Super-Tupper-Schüsselsche“ sang das Publikum aus vollem Halse und brachte das kompakte Energiebündel in Zugzwang.

Mit ihrer unvergleichlichen Bühnenpräsenz, ihrem Improvisationstalent und ihrer vehementen Stimme huldigte Woody dem weiblichen Publikum und deckte die Schwächen der Männer gnadenlos auf. „Des iss net normal, des iss genial“, lobte die Sitzungspräsidentin die Auftritte der Akteure aus Griesheim und Umgebung. Souverän steuerte sie durch den Orbit, ließ das Publikum klatschen und trampeln und zollte mit einem dreifachen „Hie Schlott“ den gezeigten Leistungen Respekt.   

 

   
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